Vita Almut Adler

Fotografieren ist wie schreiben mit Licht,
wie musizieren mit Farbtönen,
wie malen mit Zeit
und sehen mit Liebe.
© Almut Adler

Im niedersächsischen Oldenburg wurde Almut Adler 1951 geboren und wuchs dort mit zwei älteren und fotobegeisterten Brüdern auf. Mitte der 60er-Jahre sprang der „Funke“ Fotografie auch zu ihr über, so dass sie 1968 die Entscheidung fällte – „ich will Fotografin werden!“ 1971 schloss sie ihre Fotografenausbildung ab, um gleich danach die „weite Welt“ zu erobern. 1972 zog es sie erstmals in fernere Länder – sie bereiste Skandinavien und erkundete im VW-Bus drei Monate die Iberische Halbinsel und Marokko. 1973 begann sie ihr Grafik-Studium in München. Doch chronisches Fernweh verursachten bei ihr ständiges Reisefieber – so unterbrach sie 1974 ihr Studium für 1 Semester, um mit Bruder und Schwägerin auf der klassischen Hippie-Route im VW-Bus nach Indien zu fahren. Als erste Autotouristen besuchten sie den nordindischen Bundesstaat Ladakh, das damalige Flüchtlingsgebiet der von China vertriebenen Tibeter. In Nepal trennten sich ihre Wege und sie wagte erste Reiseschritte alleine. Per Bahn und Bus durch-
querte sie den indischen Subkontinent. Unwiederbringliche Momente dieser achtmonatigen Reise fing sie mit ihrer Kamera ein und veröffentlichte die s/w-Fotos in ihrem Foto-Lyrikbuch Feuerlöscher.
Sämtliche Diafilme von dieser Reise gingen leider verloren.
Einige Jahre war sie in München seßhaft, absolvierte eine Zusatzausbildung als Color-Retuscheurin, lernte die Kunst des Airbrushen und genoss als freischaffende Grafikerin das Leben in „Italiens nördlichster Stadt“. Doch das Virus Fernweh setzte ihr erneut zu. Das Alleinreisen durch Indien hatte sie ermutigt – 1978 bereitete sie sich über 2 Jahre akribisch auf eine Solo-Weltreise vor (1. Foto). Ihre Finger kannten auf der Landkarte bereits jeden Winkel dieser Erde. Im März 1980, zog sie schließlich alleine los. In San Francisco erstand sie einen kleinen Pick-up-Van, baute ihn zu einem Camper aus und fuhr über den Highway No. 1 und die Panamericana von Nord-Amerika bis nach Panama. Nach 17.000 Fahrkilometern verkaufte sie ihr Auto in Panama City mit 200 Dollar Gewinn und heuerte im Yachthafen Balboa auf der Sirius an. Auf Umwegen in Asien gelandet, segelte sie mit einem amerikanischen Ehepaar von Bali nach Singapur. Über Malaysia und Thailand trat sie nach 10 Monaten ihre Heimreise an. Sie hatte den Globus einmal umrundet und landete mit nur 1,50 DM in der Tasche wieder in der Heimat.

Von 1982 bis 1985 lebte sie in Ostafrika und arbeitete in Somalias Hauptstadt Mogadishu. Am Erwachsenen-Bildungszentrum NAEC (2. Foto) war sie als Beraterin für visuelle Lehrmittel tätig, u.a. für den D.V.V, die GTZ und die UNESCO. Erfahrungen in diesem zerrissenen Land veränderten ihr Weltbild und ergreifende Erleb-
nisse von Genital-Verstümmelungen an somalischen Frauen wühlten sie zutiefst auf.
Danach folgten weitere Reisen; Philippinen, Kenia, Griechenland und Marokko. 1985 verschiffte sie einen Mercedes 280 SL in die USA und erhoffte sich durch den damals hohen Dollarkurs einen satten Gewinn. Doch der Autoverkauf lag ihr nicht im Blut – so wurde „nur“ ein finanzierter 3-Monatsurlaub daraus. Das Foto, entstanden in San Francisco, wurde später das Cover (3. Foto) zu ihrem Fotolehrbuch Das weibliche Auge. 
Bis 2002 arbeitete sie als Grafikerin + Fotografin für Agenturen und Verlage. 
Im Jahr 2004 setzte sie ein durchdachtes Konzept konsequent in die Tat um; Aufgrund andersartiger Auffassungen von Technik und logischen Abläufen entwickelte sie die Idee, speziell Fotokurse für Frauen anzubieten und weiterführende Workshops in Spanien zu organisieren. Basierend auf diesem Konzept verfasste Almut Adler 2007 das 1. Fotolehrbuch für Frauen Das weibliche Auge, erschienen im Verlag Addison-Wesley.
Einer wahren Herausforderung stellte sich die Fotografin, als sie den 800 km langen Jakobsweg (Camino de Santiago) von Frankreich durch Spanien lief. Alleine wanderte sie 30 Tage bis nach Santiago de Compostela – ohne Kamera, ohne Handy und ohne Uhr – ein Weg nach innen!

Am Pentiment in Hamburg belegte sie 2008 den 3-wöchigen Portraitworkshop „Ich – Du und das Fremde“ bei Herlinde Koelbl. Es folgten zwei weitere Foto-Lehrbücher bei Addison-Wesley – Natur sehen und Menschen sehen. Im Jahr 2009 erschien ihr einzigartiges Fotofachbuch Stillleben – meisterlich fotografieren, welches auch ins Chinesische übersetzt wurde. 2011 erschien das 1×1 der Fotografie  im Humboldt Verlag und 2012 folgte Kreativer fotografieren im Humboldt Verlag. Das 1×1 der Fotografie ging bereits in die 3. Auflage. Weitere Buchprojekte sind in Planung…

u5 KopieAlmut Adler lebt als freischaffende Fotografin und Autorin in München und Andalusien. Nebenbei schreibt sie Lyrik und Aphorismen. Oben verfasstes Zitat ziert zahlreiche Domains im Netz und erschien u.a. in diversen Medien.

Foto © Ulrike Hartmuth

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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